Asyl in Kempten
Asyl in Kempten

Nigeria

ACHTUNG: Laut Bayerischem Flüchtlingsrat gibt es Hinweise, die auf eine Sammelabschiebung nach Pakistan am 07.06.2022 sowie nach Nigeria am 13.06.2022 hindeuten.
"Für Geflüchtete aus Pakistan und Nigeria, deren Asylverfahren und Klage abgelehnt sind, besteht die mögliche Gefahr einer Abschiebung. Wir raten deshalb allen vollziehbar ausreisepflichtigen Geflüchteten aus Pakistan und Nigeria, sich von Anwält:innen oder Beratungsstellen informieren und beraten zu lassen. Besonders empfehlen wir darauf zu achten, dass die Ausländerbehörden über bestehende Krankheiten, bevorstehende Ausbildungsaufnahmen und auch andere Integrationsleistungen informiert sind."

Wichtig: Sammelanhörung durch nigerianische Botschaftsdelegation: laut Bayerischen Flüchtlingsrat finden Anhörungen zur Identitätsklärung einer nigerianischen Botschaftsdelegation in der Zentralen Ausländerbehörde in München statt: "Der einzige Zweck der persönlichen Anhörung ist die Ausstellung von Reisedokumenten für die Abschiebung. Ein Reisepass für andere Zwecke kann hier nicht beantragt werden. Wenn Sie eine Einladung zu einer Anhörung erhalten, wenden Sie sich an Ihre:n Anwält:in oder gehen Sie zu einer Beratungsstelle." Mehr Informationen hier.

Bericht von refugees4refugees zur Sammelabschiebung nach Nigeria:

"Anfang Dezember 2020 wurden 43 Menschen nach Nigeria abgeschoben. Der Charterflug startete am 10. Dezember von München aus, mit 24 Personen aus der BRD, 17 aus Österreich, einer Person aus der Slowakei und einer aus Polen […]. Es waren mehr als hundert Sicherheitskräfte an Bord. In einer Sitzreihe (2, 3, 2 Sitzreihen) im Flugzeug waren jeweils 3 Geflüchtete und 4 Polizist*innen (diese auf den Plätzen an den Gängen). Die Abgeschobenen trugen alle Hand- und Fußfesseln. Manche waren auch am Sitz fixiert, oder ihre Arme wurden an ihrem Körper fixiert. Manche wurden mit Helmen “ruhig gestellt”."

Spendenaufruf mit einer Übersicht über die ehrenamtliche Arbeit von refugees4refugees: Siehe unten.

Lagebericht des Auswärtiges Amtes zu Nigeria: "Aus dem Bericht geht u.a. hervor, dass Gewalt in Nigeria zum Alltag gehört. "Aufsehenerregende" Gewalttaten würden oft von Mitgliedern sog. Kultisten – einer Art Geheimgesellschaften – verübt. Über die zunehmende Beteiligung solcher Gruppierungen am Menschenhandel mit nigerianischen Frauen und Mädchen zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung in Europa wurde vermehrt von Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel berichtet. Auch ein aktueller Länderreport des BAMF bestätigt diese Entwicklungen (hier). […] Trotz der gerade für Frauen schwierigen Lage in Nigeria zeigen die Erfahrungsberichte der spezialisierten Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel, dass die Anzahl abgelehnter Asylanträge nigerianischer Betroffener hoch bleibt. Im Zusammenhang mit dem Bericht heißt das, dass Rückführungen für Betroffene von Menschenhandel meist die Gefahr gesellschaftlicher Isolation, Armut oder der Auslieferung an Netzwerke von Menschenhandler*innen und damit einer Reviktimisierung – einer erneuten Ausbeutung durch Menschenhändler*innen – bedeuten." (Quelle: KOK-Newsletter 3/2020)

 

Dritter EU-Menschenhandels Bericht: Der dritte Bericht der Kommission über die EU-Strategie zur Beseitigung des Menschenhandels (hier) verweist u.a. auf die Netzwerke von Menschenhandler/innen aus Nigeria. Weiterhin stellt der Bericht dar, dass für Geflüchtete durch prekäre Lebensverhältnisse auf der Flucht ein erhöhtes Risiko für Ausbeutung und Menschenhandel besteht. Darüber hinaus wird in dem Bericht die mangelnde Erkennung von Betroffenen im Asylsystem und die dadurch bedingte Verhinderung der Geltendmachung ihres Anspruchs auf internationalen Schutz thematisiert.

 

Geschichten von Abschiebungen und Nachwirkungen: Das Buch "Removed. Stories of hardship and resilience in facing deportation and its aftermath" bietet Einblicke in die Geschichten und das Leben von Personen, die von Europa nach Nigeria und Mali abgeschoben wurden. Es zeigt die Auswirkungen der europäischen Abschiebepolitik auf Leben und Träume von Individuen. Download: hier.

Eine Epidemie von Gewalt gegen Frauen: Stuttgarter Zeitung vom 14.06.20 hier.

Flüchtlinge für Flüchtlinge e.V in Stuttgart unterstützt Abgeschobene in Nigeria und hat seit August 2019 das Projekt DERS „Deportees Emergency Reception and Support“ gestartet. Seither wurde die Ankunft von sieben Abschiebeflügen beobachtet und einige Abgeschobene begleitet und unterstützt: „Wir haben Familien oder FreundInnen der Abgeschobenen informiert; wir haben für Frauen, Kinder und Kranke vorübergehende Unterkünfte in Hotels organisiert; wir haben ihnen zugehört, Kontakte hergestellt und weitervermittelt.“

Nähere Infos hier. - Spenden erbeten.

Menschenrechtsaktivist Rex Osa bietet Hilfe und Beratung in Einzelfällen an, bspw. bei Gefährdung z. B. aus Krankheitsgründen oder auch bei einer Schwangerschaft (mit den entsprechenden Nachweisen). Beratung nur für Personen, die bereit sind, selbst mitzuwirken: Kontakt über refugees4refugees in Stuttgart, Tel. 0176/27873832, mail: refugees4refugees@gmx.de.

Was tun bei einem negativen Bescheid: Was können Sie tun, wenn Sie einen negativen Bescheid vom BAMF oder eine Abschiebungsandrohung erhalten? Hier finden Sie einige Hinweise des Bayerischen Flüchtlingsrats. Die Hinweise als PDF: deutsch, englisch, französisch.

amnesty international zur Gewalt von kultistischen Gruppen in Nigeria, besonders in Rivers State im Süden des Landes:

„Die Behörden haben es versäumt, die Verantwortlichen für diese schrecklichen Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, und ein Klima der Straflosigkeit zugelassen, um weitere Gewalt zu schüren. Wir fordern die nigerianischen Behörden auf, entschlossener gegen diese Angriffe vorzugehen, indem sie jeden Zusammenstoß untersuchen und die Täter vor Gericht stellen.“

Mehr hier.

 Deutsche Welle DW – Artikel vom 09.01.20: Deutschland plant mehr Abschiebungen nach Nigeria hier.

=> "Bitte geben Sie die Nummer +234.8173463700 an Personen weiter, die bei ihrer Ankunft in Lagos möglicherweise Unterstützung vor Ort benötigen."

Wegen Leukämie-Erkrankung gesucht: einen deutsch-nigerianischen Stammzellenspender. Alle Infos hier.

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