Asyl in Kempten
Asyl in Kempten

Nigeria

Lagebericht des Auswärtiges Amtes zu Nigeria: "Aus dem Bericht geht u.a. hervor, dass Gewalt in Nigeria zum Alltag gehört. "Aufsehenerregende" Gewalttaten würden oft von Mitgliedern sog. Kultisten – einer Art Geheimgesellschaften – verübt. Über die zunehmende Beteiligung solcher Gruppierungen am Menschenhandel mit nigerianischen Frauen und Mädchen zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung in Europa wurde vermehrt von Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel berichtet. Auch ein aktueller Länderreport des BAMF bestätigt diese Entwicklungen (hier). […] Trotz der gerade für Frauen schwierigen Lage in Nigeria zeigen die Erfahrungsberichte der spezialisierten Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel, dass die Anzahl abgelehnter Asylanträge nigerianischer Betroffener hoch bleibt. Im Zusammenhang mit dem Bericht heißt das, dass Rückführungen für Betroffene von Menschenhandel meist die Gefahr gesellschaftlicher Isolation, Armut oder der Auslieferung an Netzwerke von Menschenhandler*innen und damit einer Reviktimisierung – einer erneuten Ausbeutung durch Menschenhändler*innen – bedeuten." (Quelle: KOK-Newsletter 3/2020)

 

Dritter EU-Menschenhandels Bericht: Der dritte Bericht der Kommission über die EU-Strategie zur Beseitigung des Menschenhandels (hier) verweist u.a. auf die Netzwerke von Menschenhandler/innen aus Nigeria. Weiterhin stellt der Bericht dar, dass für Geflüchtete durch prekäre Lebensverhältnisse auf der Flucht ein erhöhtes Risiko für Ausbeutung und Menschenhandel besteht. Darüber hinaus wird in dem Bericht die mangelnde Erkennung von Betroffenen im Asylsystem und die dadurch bedingte Verhinderung der Geltendmachung ihres Anspruchs auf internationalen Schutz thematisiert.

 

Geschichten von Abschiebungen und Nachwirkungen: Das Buch "Removed. Stories of hardship and resilience in facing deportation and its aftermath" bietet Einblicke in die Geschichten und das Leben von Personen, die von Europa nach Nigeria und Mali abgeschoben wurden. Es zeigt die Auswirkungen der europäischen Abschiebepolitik auf Leben und Träume von Individuen. Download: hier.

Eine Epidemie von Gewalt gegen Frauen: Stuttgarter Zeitung vom 14.06.20 hier.

Bisher liegen nach aktion Bleiberecht noch keine gesicherten Informationen über eine mögliche Sammelabschiebung nach Nigeria am 27.05.2020 vor.

Laut Informationen von refugees4refugees findet am 18.06.2020 eventuell (je nach Lage der Corona-Krise) der nächste Abschiebeflug nach Nigeria statt.

Der Abschiebeflug nach Nigeria ist für den 14.04.2020 ausgesetzt.

Flüchtlinge für Flüchtlinge e.V in Stuttgart unterstützt Abgeschobene in Nigeria und hat seit August 2019 das Projekt DERS „Deportees Emergency Reception and Support“ gestartet. Seither wurde die Ankunft von sieben Abschiebeflügen beobachtet und einige Abgeschobene begleitet und unterstützt: „Wir haben Familien oder FreundInnen der Abgeschobenen informiert; wir haben für Frauen, Kinder und Kranke vorübergehende Unterkünfte in Hotels organisiert; wir haben ihnen zugehört, Kontakte hergestellt und weitervermittelt.“

Nähere Infos hier. - Spenden erbeten.

Menschenrechtsaktivist Rex Osa bietet Hilfe und Beratung in Einzelfällen an, bspw. bei Gefährdung z. B. aus Krankheitsgründen oder auch bei einer Schwangerschaft (mit den entsprechenden Nachweisen). Beratung nur für Personen, die bereit sind, selbst mitzuwirken: Kontakt über refugees4refugees in Stuttgart, Tel. 0176/27873832, mail: refugees4refugees@gmx.de.

Was tun bei einem negativen Bescheid: Was können Sie tun, wenn Sie einen negativen Bescheid vom BAMF oder eine Abschiebungsandrohung erhalten? Hier finden Sie einige Hinweise des Bayerischen Flüchtlingsrats. Die Hinweise als PDF: deutsch, englisch, französisch.

amnesty international zur Gewalt von kultistischen Gruppen in Nigeria, besonders in Rivers State im Süden des Landes:

„Die Behörden haben es versäumt, die Verantwortlichen für diese schrecklichen Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, und ein Klima der Straflosigkeit zugelassen, um weitere Gewalt zu schüren. Wir fordern die nigerianischen Behörden auf, entschlossener gegen diese Angriffe vorzugehen, indem sie jeden Zusammenstoß untersuchen und die Täter vor Gericht stellen.“

Mehr hier.

 Deutsche Welle DW – Artikel vom 09.01.20: Deutschland plant mehr Abschiebungen nach Nigeria hier.

Am 21. Oktober fand eine erneute Abschiebung nach Lagos, Nigeria, statt. Über die Ankunft der ca. 40 Personen, darunter auch Familien mit Kindern, gibt es eine aktuelle Reportage, in der auch der in Stuttgart lebende Aktivist Rex Osa von refugees4refugees, der vor Ort war, zitiert wird: The African courier vom 23.10.19: hier.

"Osa also accused the Germans of violating the human rights of the migrants, many of whom, he claimed, were not supposed to be deported going by the laws and regulations governing deportation in Germany. “The single mothers and their children are not supposed to be deported if there is no arrangement to properly rehabilitate them in Nigeria,” he said."

=> "Bitte geben Sie die Nummer +234.8173463700 an Personen weiter, die bei ihrer Ankunft in Lagos möglicherweise Unterstützung vor Ort benötigen."

Wegen Leukämie-Erkrankung gesucht: einen deutsch-nigerianischen Stammzellenspender. Alle Infos hier.

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